Papyrus Autor – Textverarbeitung für Schriftsteller und andere Autoren

Fragt man Schriftsteller, mit welchem Programm sie arbeiten, antwortet die Mehrheit immer noch: »Microsoft Word«. Word ist nun einmal sehr verbreitet, man kennt es, man hat die Software von irgendwoher bekommen. Doch Word ist ein Programm fürs Büro.

Wer jedoch professionell Bücher und Geschichten schreibt, sollte sich Papyrus Autor ansehen, um zu erkennen, was ein Schreibprogramm für Schriftsteller wirklich leisten kann. Jetzt ist Version 8 der Textverarbeitung für Autoren und Journalisten erschienen. Self-Publisher profitieren zudem von der verbesserten E-Book-Ausgabe und einem Impressumsgenerator.

Komplette Schreibprojekte werden unterstützt

Papyrus Autor ist weitaus mehr als eine Textverarbeitung. Die Software unterstützt Schreibprojekte in allen Phasen. Das reicht von der Ideenfindung und Recherche, von der Entwicklung von Orten, Schauplätzen und Szenen, das geht über die Figurenzeichnung, die Kapitel- und Zeitorganisation, es führt über das Aufspüren von sprachlichen Mängeln weit über eine Rechtschreibkontrolle hinaus und endet schließlich beim fertigen Manuskript – ganz egal, ob man es per Klick als Normseiten formatiert an einen Verlag senden oder als E-Book bei Amazon bzw. einem der vielen Self-Publishing-Portale hochladen will.

Denkbrett hilft bei der Strukturierung

Neu in Version 8 ist das »Denkbrett«, das bei der Ideenfindung und Strukturierung der Geschichte hilft. Wie an einer Pinnwand kann man hier Namen von Figuren, von Schauplätzen oder andere Strukturen zusammentragen und gruppieren. Wer ist Protagonist, wer Antagonist? Wo treffen sie aufeinander? Welche Gefährten oder Gegner gibt es? Welche familiären Strukturen bieten Konfliktpotenzial für eine spannende Geschichte? All das lässt sich mit dem Denkbrett skizzieren. Später dann lassen sich diese Elemente mit den Textpassagen verknüpfen – eine hervorragende Unterstützung für die Autorinnen und Autoren, die ihren Romanaufbau schon frühzeitig planen.

stilanalyse

Figurendatenbank

Eine Figurendatenbank bringt Papyrus seit Längerem mit: Hier kann man den Namen und Eigenschaften vermerken, egal, ob es die Augenfarbe, der Charakter der Figur oder ihr biografischer Hintergrund ist. So vermeidet man Unstimmigkeiten bei der Figurenbeschreibung und schafft mehr Tiefe. Auch diese Datenbank ist mit dem Text verknüpft, sodass beispielsweise ein Klick auf den Namen alle Infos der Figur aufruft.

Zeitstrahl

Je nach Arbeitsweise ist der Zeitstrahl hilfreich: Wer viel mit Rückblenden arbeitet, sieht hier das Geschehen in der chronologischen Abfolge. Sind die Handlungen der Figuren zeitlich logisch aufgebaut? Auch beim Umbau von Kapiteln und Romanabschnitten kann diese Ansicht hilfreich sein.

Herausragende Textanalyse

Eine der Stärken von Papyrus, in der das Programm anderer Schreibsoftware schon immer überlegen war, ist die Textanalyse und die Unterstützung bei der Textarbeit. Eine Rechtschreibprüfung ist obligatorisch, doch Papyrus ist das einzige Programm, das die aktuelle Duden Rechtschreibprüfung nahtlos und schnell integriert hat. Wer einmal die Grammatikfehlererkennung von Papyrus erlebt hat, der ist erstaunt, wie rasch und genau hier Fehler erkannt werden.

Textanalyse

Doch Papyrus geht bei der Textanalyse noch viel weiter und ist daher auch für journalistische Texte interessant: So werden beispielsweise Wortwiederholungen innerhalb eines konfigurierbaren Abstands erkannt und markiert. Beliebte Füllwörter wie auch, eigentlich und doch werden vom Programm angemahnt. Die Markierungen können bei Bedarf ein- und ausgeschaltet werden, sodass sie beim Schreiben nicht stören. Verschiedene Stufen der Textanalyse helfen beim Redigieren.

Phrasen und Füllwörter: Papyrus Autor analysiert den Text

Wird die Lesbarkeits-Einschätzung aktiviert, so ist jeder Satz farblich hinterlegt. Wird die Markierung rötlicher, so wird die Verständlichkeit als weniger gut eingeschätzt. Es ist erstaunlich, wie gut diese algorithmische Analyse funktioniert. Ebenfalls können zu lange Sätze vom Programm bemängelt werden. All diese Analysen lassen sich nicht nur ein- und ausschalten, sondern dem eigenen Stil anpassen.

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Zielvorgaben und Termine stets im Blick
Ebenfalls hilfreich für Romanautoren, aber auch für Journalisten, sind die vielfachen Zielvorgaben, die man in Papyrus einstellen kann. Egal, ob man sich selbst die berühmte »1.000 Wörter pro Tag«-Regel setzt oder ob man für eine Zeitung einen 5.000-Zeichen-Beitrag bis zum 30. des Monats fertigstellen muss, Papyrus kann all das abbilden und zeigt beständig an, wie weit man vom Ziel entfernt ist. Auch beim Redigieren oder Kürzen sind Zielvorgaben hilfreich. Selbst Rechercheinformationen wie Fotos oder Websites kann Papyrus mit dem Dokument abspeichern, sodass man alle Quellen stets griffbereit hat.

Texte umbauen, Szenen »zwischenparken« oder unterschiedliche Varianten eines Kapitels verwalten, all das und viel mehr bietet Papyrus selbstverständlich auch.

Wer viele Dialoge schreibt und diese ohne Ablenkung überprüfen will, der kann mit einem Klick den restlichen Text ausblenden, sodass nur die mündliche Rede angezeigt wird. Und anders als Word beherrscht Papyrus Autor jede beliebige und bevorzugte Form von An- und Abführungszeichen bei der wörtlichen Rede.

Normseite, E-Book und Druckvorlage per Mausklick

Wer sein fertiges Manuskript als Normseiten an den Verlag schicken will oder wer – zum Beispiel bei der Einsendung an einen Wettbewerb – sehen will, wie lang das Manuskript in Normseiten ist, kann es bei Papyrus Autor mit einem Klick umwandeln.

Normseite

Papyrus erzeugt fertige E-Books als epub und mobi-Dateien, die man direkt bei Amazon, Tolino oder bei Distributoren hochladen kann. Zusammen mit dem Impressumsgenerator und automatisch erstelltem Inhaltsverzeichnis braucht man nur einen Klick.

Für Print-on-Demand-Dienstleister gibt es passende Dokumentvorlagen, die eine PDF-Druckdatei erzeugen. Papyrus macht also Schluss mit dem umständlichen Umformatieren und erzeugt aus einer Textdatei alle passenden Ausgabeformate.

Mit der Version 8 hat Papyrus auch die Oberfläche etwas aufgehübscht, denn bislang wirkte das Programm sehr altbacken. Die neuen Icons lassen das Programm etwas zeitgemäßer und moderner erscheinen. Ebenfalls neu ist die Tabulatoren-Ansicht aller geöffneten Dokumente, die man so schneller im Blick hat.

Impressumsgenerator

Mit welcher Akribie die Programmierer an Papyrus gearbeitet haben, erkennt man an den vielen Details. Papyrus Autor ist das einzige Schreibprogramm, das mit Einzügen am Absatzanfang korrekt umgeht. So erlaubt es das Programm in Version 8 erstmals, dass nach Leerzeilen und Titeln typografisch korrekt kein Einzug erfolgt. Auch die Silbentrennung kann nun individuell eingestellt werden, um Druckausgaben harmonischer zu gestalten.

Ein Programm aus der Praxis für die Praxis

Hinter Papyrus Autor steckt kein großes Unternehmen und kein Konzern, sondern eine kleine Software-Schmiede in Berlin. Papyrus Autor wurde und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bestsellerautor Andreas Eschbach entwickelt, der Ideengeber für viele Funktionen war. Diesen hohen Praxisbezug merkt man Papyrus an. Zudem sind die Papyrus-Macher seit einigen Jahren auf den Buchmessen präsent. Sinnvolle Anregungen und Hinweise werden gerne notiert und nicht selten ins Programm aufgenommen. So geht beispielsweise die neue Funktion »Kopieren fürs Web« auf eine Anregung des literaturcafe.de zurück. Ein solchermaßen in die Zwischenablage kopierter Text kann mit korrekten Umbrüchen und Formatierung in Web-Editoren wie zum Beispiel dem von WordPress übernommen werden.

Navigator

Papyrus ist mehr als eine Textverarbeitung: Papyrus ist das perfekte Schreibwerkzeug für Autorinnen und Autoren. Natürlich kann man damit nach der Installation sofort intuitiv loslegen, doch dann würde man nur einen Bruchteil der Funktionen nutzen. Um mit der Figurendatenbank oder den umfangreichen Werkzeugen der Textanalyse und -optimierung zu arbeiten, muss man sich mit ihnen vertraut machen, sonst verschenkt man Potenzial. Fürs Ausprobieren sollte man daher etwas Zeit investieren. Wenn man von Anfang an konsequent mit den Möglichkeiten des Programms arbeitet, erlebt man seine ganze Stärke. Unsere Erfahrung: Wenn irgendeine Funktion in Papyrus nervt oder sich nicht so verhält, wie man es gerne hätte, dann lässt sich das garantiert in den vielfältigen Optionen des Programms umstellen oder individuell anpassen.

Papyrus Autor 8 kommt mit einer umfangreichen Dokumentation aller Programmfunktionen. Leider sind einige Erklärungen im Handbuch so detailliert, dass man sich gelegentlich eine schnelle Übersicht wünschen würde. Das gilt auch für den immer noch etwas umständlichen Installations- und Update-Vorgang, den man sich für kommende Versionen endlich per Mausklick wünschen würde. Stattdessen muss man immer noch daran denken, Schlüsseldateien und andere Einstellungen zu exportieren, damit sie beim Update erhalten bleiben.

Fazit

Testsiegel: Software 12/2015 – Papyrus Autor 8: empfehlenswertWer professionell Geschichten erzählt – egal ob als Romanautor, Sachbuchautor oder Journalist –, wird längst Word den Rücken gekehrt haben und bessere Software wie Papyrus Autor oder Scrivener einsetzen. Während Scrivener speziell beim Plotten und Strukturieren des Textes die Nase vorn hatte, hat Papyrus Autor in Version 8 hier vor allem mit dem neuen »Denkbrett« aufgeholt. Die Textanalyse von Papyrus Autor ist einzigartig. Allerdings sollte man sich zunächst etwas Zeit nehmen, um sich in die mächtigen Funktionen von Papyrus Autor einzuarbeiten und sie an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Auf der Website von Papyrus Autor steht eine kostenlose Testversion bereit, sodass man die Software vor dem Kauf ausprobieren kann. Papyrus gibt es für Windows- und Mac-Rechner, nach Kauf hat man Zugriff auf beide Versionen. Der Duden Korrektor in der aktuellen Version ist jeweils enthalten.

Quelle: http://www.literaturcafe.de
Bildquelle: https://www.papyrus.de